Stadtmuseum Siegburg
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Schaukeln wie bei Fragonard. Eine Installation für ein Glashaus von Freddie Michael Soethout
15.04.2025 - 16.06.2025
Ausstellung
Beschreibung
Der Kultur-Kiosk auf dem Marktplatz in Siegburg wird weiß getüncht. Rot markierte Gucklöcher laden zum Spähen ins Rauminnere ein, in dem sich etwas Farbiges hin und her bewegt. Das Objekt der visuellen Neugierde ist aber nur punktuell zu sehen. Man kann sich eigentlich keinen Reim daraus machen. Die weiße Tünche lässt keine Übersicht, keine Gesamtansicht zu. Es sind nur Einzelheiten, die im Inneren schaukeln. Sie deuten ein Ganzes an, das versteckt ist, in einem opak geweißten Glashaus. Der Betrachter muss es umrunden und Loch für Loch einsehen, um das schaukelige Farbenspektakel in sich aufnehmen zu können. Ein Moment aus orange-rouge-inkarnat auf hell- bis dunkelgrünem Hintergrund, durchbrochen von himmelblauen bis sandsteinerdigen Tönen. Im Kopf muss sich etwas zusammensetzen, eine Vision. Der Betrachter muss sich ein Bild machen. Aber wovon? Was bewegt sich da? Was ist da? Fakt ist: Der Betrachter sieht nur Ausschnitte und seine daraus abgeleitete Vorstellung vom Ganzen. Es ist ein visuelles Angebot, sich mit dem zu befassen, was das eigene Ich sieht und denkt. Was geschieht mit dem Betrachter? Wird er zum Betrachter seines eigenen Inneren, ohne es zu merken? Und das Andere, Fremde darin? Wird es wahrgenommen und gewürdigt? Und dann die Dramatik des alles überlagernden Schattentheaters auf den getünchten Glaswänden. Wieso Theater? Das ist doch wirklich und echt. Was hat das Ganze denn nun mit Fragonard zu tun?Freddie Michael Soethout zeigte bereits 1996 in seiner Einzelausstellung im Stadtmuseum Siegburg Installationen und Werke, die – mit bewussten kunsthistorischen Bezügen spielend – aus Fragmenten eine eigene Welt entstehen ließen. Glas und Farbe verbindet er auf sehr eigene, poetische Weise zu Bildern und Objekten, die Zwischenräume zwischen visuellen Erfahrungen und unterschwelligem Bewusstsein verbinden.