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LOCATION:Dreiborner Str. 22\, 53937 Schleiden-Gemünd
DESCRIPTION:Warten gilt es wieder zu erleben. Als Lebenszeit. Als einen subversiven Zeitraum, als ein ”zögerndes Geöffnetsein” für den individuellen und kreativen Blick auf die Auswirkung einer Idee. Außerhalb durch kommerzialisierter und digital durch getakteter Lebenszeit, wo das smarte Endgerät zum stets greifbaren Mittel narzisstischer Extase geworden ist. Innehalten könnte ja gefährlich werden.\nDie Kunst des Wartens liegt dagegen im Zurück zur individuellen\nraumzeitlichen Gegenwart, im Sich-Aushalten-Können in der\nZeit des Wartens. Die Orte gemeinsamer Körperlichkeit, die Clubs und Kinos sind geschlossen. Das gemeinsame Erleben von Zeit, von gemeinsamer Wartezeit, der menschliche Austausch hat sich auf die digitale körperlose Zweidimensionalität von Flachbildschirmen reduziert.\nWartezeit: Stillstand und Bewegung, Sehnsuchtszeit. Wie Weihnachten, wenn wir als Kinder durchs Schlüsselloch dem Christkind auflauerten. Und liegt die Kunst des Wartens nicht auch wieder in der Radikalisierung der Kunst? Sollte Kunst nicht überall für alle sein, minimaler auch und ehrlicher, eben Kunst außerhalb der großen Galerien und Museen, außerhalb der kulturellen Codes von elitärem Wohlstand, Wohlanständigkeit und Erhabenheit in Kunst und mit Kunst und um Kunst herum? ”Instagram” macht es gerade vor. Machen wir ihn doch einfach wieder auf, den alten ausgedienten Wartesaal als individuellen Schutzraum für die Kunst des Wartens, des Miteinander-Wartens.\nAuf der Straße, an verlassenen schon fast vergessenen Orten, in den\nleeren Städten und den dunklen Schaufenstern. Als körperlich\ngewordene Zeit und Raum für die Kunst des Wartens, zum sich Fühlen, zum Nachdenken und Entdecken.
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