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LOCATION:Hauptstr. 83 / Ecke Freiherr-vom-Stein-Straße\, 40764 Langenfeld
DESCRIPTION:Frankreich steht 2019 im Fokus des Jahresprojektes „Europa in Langenfeld“. Gelegenheit für das Stadtmuseum mit Honoré Daumier und Grandville zwei Meister der politischen und gesellschaftskritischen Karikatur zu präsentieren.\n\nDie französische Revolution war vorüber, viele Menschen sahen ihre Ziele durch die Rückkehr der Bourbonen auf den Thron verraten. Doch mit der Absetzung Karls X. im Juli 1830 keimte im Volk erneut Hoffnung auf. Der neue Regent Louis-Philippe I. gab sich bürgernah, die Abgeordneten erhielten mehr Macht, die Meinungsfreiheit wurde garantiert.\n\nIn diesem Klima des Aufbruchs entstand mit „La Caricature“ eine satirische Zeitschrift, die Ausgangspunkt für die künstlerischen Laufbahnen zweier Virtuosen des Zeichenstiftes werden sollte: Jean Ignace Isidore Gérard (1803 – 1847), der sich selbst Grandville nannte, und Honoré Daumier (1808 – 1879). Sie waren Urheber zahlreicher bissig-böser Karikaturen, die gesellschaftliche Konventionen und Eigenheiten ebenso aufs Korn nahmen, wie die politischen Ereignisse und Persönlichkeiten. Der zunehmend rigide Regierungsstil Louis Philippes und die durch die Industrialisierung hervorgerufenen sozialen Missstände lieferten den Karikaturisten reichlich Nahrung.\n\nUm der strafrechtlichen Verfolgung zu entgehen, entwickelte sich ein zeichnerisches Vokabular, das Gegenstände bestimmten Personen zuordnete. So wurde Louis Philippe aufgrund seiner Kopfform schnell zur „roi poire“, zur königlichen Birne. Und nachdem Marschall Lobau 1831 bei der Niederschlagung von Protesten Wasserwerfer verwendet hatte, avancierte das Klistier zu seinem Markenzeichen in den satirischen Blättern.\n\nSo sehr sich die Anfänge von Grandville und Daumier glichen, so unterschiedlich gestalteten sich ihre weiteren Lebenswege. Grandville, zunächst einer der führenden Zeichner der „Caricature“, fühlte sich zunehmend von Daumier verdrängt, so dass Illustrationen einen immer wichtigeren Stellenwert in seinem Schaffen einnahmen. Seine meist vielfigurigen Arbeiten sind geprägt von einer detailreichen Zeichentechnik und einer bisweilen fast überbordenden Fantasie bis hin zu surrealen Tendenzen. Nach zahlreichen privaten Schicksalsschlägen starb Grandville mit nur 44 Jahren.\n\nSich vom Einfluss Grandvilles lösend, entwickelte Daumier nach und nach einen eigenen, monumentaleren Stil mit wenigen großen Figuren. Neben seiner Tätigkeit für die „Caricature“, deren Erscheinen 1835 eingestellt werden musste, veröffentlichte in er auch in „Le Charivari“, einer weiteren Zeitschrift des gleichen Verlegers. Es entstand ein enormes Oeuvre von über 5.000 grafischen Blättern. Sie zeugen von der vortrefflichen Beobachtungsgabe und dem feinen Humor Daumiers.
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SUMMARY:Von Klistieren und königlichen Birnen - Daumier\, Grandville und die Kunst der Karikatur
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