Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

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Die Götter beschenken
03.12.2017 - 28.10.2018

Ausstellung

Beschreibung

WARUM MAN GÖTTER BESCHENKT

Seit jeher versuchen Menschen, mit ihren Gottheiten in Kontakt zu treten – und sie zu beeinflussen. Gemäß dem Prinzip des do ut des („ich gebe, damit Du gibst“) wurden und werden die Götter beschenkt, entweder um sie für Bitten empfänglich zu machen oder aber um ihnen für empfangenen Segen zu danken. Das Verhältnis zwischen Menschen und Göttern gleicht dabei fast einer Geschäftsbeziehung: Dass man ein Opfer gebracht hat, ‚zwingt‘ die Gottheit, tätig zu werden. Umgekehrt ist aber auch der Mensch in der Pflicht, wenn er per Gelübde versprochen hatte, nach erfolgtem Segen etwas darzubringen …

Die Gründe, aus denen man opfert, ähneln sich über Zeiten und Kulturen hinweg: Menschen bitten um Fruchtbarkeit für sich oder für das Land, denn nur so kann das Fortleben der Familie gesichert werden. In zahlreichen Alltagssituationen erbittet man den göttlichen Beistand, etwa bei der Arbeit oder bei Krankheiten. Aber auch in fröhlichen Runden, in denen man das Leben genießt, erhalten die Götter ihren Anteil. Zuletzt ist der Übergang vom Leben in den Tod ein wichtiger Anlass, mit höheren Mächten in Kontakt zu treten. Dabei werden aber nicht nur die Götter, sondern vor allem die Ahnen mit Gaben bedacht; sie gelten in vielen Kulturen als selbstverständlicher Teil der Gesellschaft.

WIE UND WOMIT MAN GÖTTER BESCHENKT

Auch was man opfert, gleicht sich in unterschiedlichen Kulturen häufig, nämlich meist das, was auch Menschen benötigen oder woran sie sich erfreuen: Tieropfer, Nahrungsmittel, Schmuck, Waffen, Luxusobjekte und wohlriechende Düfte. Alternativ bringt man der Gottheit ein Abbild dessen, was man sich wünscht, dar. Das können etwa Darstellungen von Kindern oder Nachbildungen erkrankter Körperteile sein.

Üblicherweise ist es wichtig, dass eine dafür speziell ausgebildete Person, etwa ein Priester oder ein Schamane, das Opfer darbringt und so die richtige Opferung gewährleistet ist. In privaten Kontexten kann diese Aufgabe etwa vom Familienoberhaupt übernommen werden.

Aber auch der Tod selbst kann ein Geschenk sein, nämlich dann, wenn ein Mensch als Opfer dargebracht wird. Doch nicht nur Menschen opfern sich, sondern in vielen Kulturen kennt man die Vorstellung von Göttern, die sich in die Unterwelt begeben und wiederauferstehen, um die Fruchtbarkeit der Erde zu sichern. Ein bekanntes Beispiel aus der griechischen Antike ist der Demeter-Persephone-Mythos, der in der Ausstellung vorgestellt wird.

WO MAN DIE GÖTTER BESCHENKT

Opfer werden nicht nur vor oder im Tempel der Gottheit dargebracht, sondern auch an kleinen Altären im Wohnhaus der Familie. In allen Kulturen sind zudem besondere Orte in der Natur bekannt, etwa heilige Haine, Quellen oder Berge, an denen man die Anwesenheit höherer Mächte vermutet.

Einen solchen Ort gibt es auch in Duisburg: Am „Heiligen Brunnen“ im Stadtwald wurden in vorchristlicher Zeit vermutlich Gaben für die hier beheimateten Quellgötter oder -dämonen niedergelegt. Und noch heute werden Münzen in Brunnen geworfen – natürlich nur ‚aus Spaß‘ – aber eigentlich aus einer uralten Tradition heraus, deren Sinn es einmal war, sich eine höhere Macht gewogen zu machen …

GESCHICHTEN VON MENSCHEN UND IHREN GÖTTERN

Gezeigt werden unter anderem Stücke aus dem antiken Griechenland, dem Römischen Reich, Mesopotamien, Ägypten und Südamerika. Dabei werden viele in den Exponaten verborgene Geschichten erzählt – und es finden sich immer wieder überraschende Parallelen zwischen antiken Vorstellungen und modernen Ritualen. Zudem wird auch die Opferpraxis in den Weltreligionen heute beleuchtet. So lädt die Ausstellung nicht nur dazu ein, die antiken Opfertraditionen kennenzulernen, sondern auch dazu, die Wurzeln eigener Bräuche zu entdecken.

Eine Ausstellung der Antikensammlung der Staatlichen Museen zu Berlin im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz.

Ergänzt und um viele Zusammenhänge erweitert durch zahlreiche Objekte aus der Münz- und Antikensammlung Köhler-Osbahr.

Link zur Ausstellung:

www.stadtmuseum-duisburg.de

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